Die Stadt

Die Stadt in der wir leben ist flach, offen und weit. Sie entfaltet sich vor dem Auge, wie eine von Menschen gemachte Prärie. Sie liegt vor uns und atmet in einem Rhythmus, den wir tief in uns fühlen können.

Thor

An Sommertagen wie diesen, wenn wir durch sie hindurchschreiten, einen brennenden Hunger in uns, den keine Nahrung, keine Jagd in keiner der Welten, kein Spiel hier oder dort …. den nichts stillen, nichts besänftigen kann … und es wühlt und wühlt und wühlt in uns… dann kommt der Moment zu dem wir in den blauen Himmel aufsehen und die dahinziehenden riesigen, weissen Wolken betrachten. Wir fühlen Sie über uns hinwegstreichen, ihre Gleichgültigkeit uns zärtlich liebkosend. Betrachten wir sie lange genug, so sickert zäh ihre Ruhe in uns hinein. Sie flüstern uns zu wie klein und unwichtig wir sind. Nicht hämisch, nicht böse, lediglich eine Tatsache beiläufig erwähnend, während sie ihrer Bestimmung entgegentreiben.

Dann – langsam – trifft ihre Ruhe unsren Kern. In einer Reaktion die wir nicht verhindern und kaum verstehen können, beginnt eine kleine Sonne in uns zu brennen. Gefühle pulsen aus uns hinaus, überschwemmen unser Ich, entfalten, rollen sich auf, als wären sie sonst an uns gekettet. Sie versuchen den riesigen Raum um uns herum zu umfassen, ihn zu umarmen, ihn mit “Ich bin! Ich bin!” zu fluten … aber ach! .. Er ist zu gross, zu weit, zu viel von allem … In Gedanken gehe wir in die Knie, lege unsere Hände auf die Erde, um nicht in den Himmel zu fallen, der mit solcher Macht an uns zieht. Wir haben dann das Gefühl, als wären wir Fliegen, die ihr ganzes Leben an der Decke gingen und plötzlich sehen wir auf und bemerke den Boden …. den wirklichen Boden … und die Gravitation flüstert leise “Hallo du, schön dich zu sehen.”, erinnert sich wieder, dass wir ebenfalls existieren und saugt und zerrt an uns … bis wir in den Himmel fallen …

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