Lernen

Das Lernen ist eine seltsame Sache. Am Anfang steht man vor einem unüberwindlichen Wüste. Alles ist leer, unwirtlich und feindlich. Furcht nagt an einem. Man fühlt sich klein und weiss nicht, wie dieses leblose Ding jemals bezwungen werden soll. Dann – der Anfang – die Wüste scheint zu atmen …. und sie atmet ein, dehnt sich aus. Mit offenem Mund sieht man das Ziel noch weiter entschwinden und Mutlosigkeit legt sich schwer über das Gemüt. Das ist der Moment der Entscheidung. Viele geben an dieser Stelle auf. Sie verlieren das Interesse, da alles zu mühselig erscheint. Wozu sich anstrengen und durch diese widerborstige Landschaft gehen, wenn hinter einem ein behagliches zu Hause liegt, ohne Arbeit und ohne Stress?

Doch einige treiben mit purem Willen Pflöcke in den lockeren Sand. Wegmarken die immer tiefer in die Landschaft ragen. Aus einem unbekannten Grund verschwinden diese Marken manchmal wieder. Man muss zurück gehen, sie reparieren und zwischen Ihnen patroullieren. Immer tiefer geht es hinein und immer mehr wird das Gebiet durch kräftige Stämme fixiert. Und dann …. nach einer halben Ewigkeit und manchmal einer unglaublichen Plackerei…. bemerkt man ein seltsames Phänomen. Die Wüste stirbt, fällt in sich zusammen und wird dadurch kleiner. Ehe man sich versieht ist es nicht mehr fremd, sondern etwas das einem gehört und nur dann verloren gehen kann, wenn alles entschwindet …. Dreht man sich dann um und blickt zurück, sieht man andere an der Grenze stehen. Manche drehen sich mit traurigem Gesicht um und gehen, einige jedoch kommen näher. Blickt man voraus, dann stehen da ebenfalls andere. Manche davon unendlich weit weg. Und dann …. ja dann stellt man sich an die nächste Grenze, atmet tief durch und schlägt den nächsten Stamm in scheinbar endlose Gefilde …

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